Martyrs

Ich hatte noch nie Angst vor einem Film. Wohlgemerkt: Bevor ich ihn überhaupt je gesehen hätte. Martyrs aber wurde immer wieder als hart und übel bezeichnet und angekündigt. Eine direkte Steigerung zu Inside sei er, einem Film, den ich Anfang des Jahres bei den Fantasy Filmfest Nights gesehen hatte. Damals hatte ich anschließend wirklich keinen Appetit mehr auf irgendwas.

Martyrs ist denn auch wirklich schonungslos. Gewaltätig, dreckig, böse, dunkelst. Im Grunde besteht der Film aus drei Abschnitten, die fließend ineinander übergehen. Behandelt wird das Thema der eingesperrten, gedemütigten und gefolterten Menschen in irgendeinem Keller im Haus einer nur scheinbar normalen Familie. Dieses Szenario gelangt ja in der Realität auch immer wieder in die Medien.

Ich verließ das Kino mit einem flauen Gefühl im Magen. Im Web kann man verfolgen, wie sich über Sinn und Unsinn eines solchen Films und seiner ausufernden Gewaltdarstellung gestritten wird. Hätte es sie nicht gegeben, wäre es nicht dieser Film. Ein vernünftiges Urteil dazu habe ich mir allerdings noch nicht gebildet.

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Fido

Letzter Film am fünften Tag beim Fantasy Filmfest. Über vier drei weitere werde ich noch in Kürze berichten.

Fido ist wirklich schräg. Eine Gesellschaft ähnlich der aus Pleasantville hat sich Zombies zu Untertanen gemacht. Wer etwas auf sich hält, hat einen Zombie zuhause, der dient – in welcher Art auch immer, hehe. Und Zombies sind ersetzbar. Tickt einer aus, wird verletzt oder stirbt, dann kommt halt ein neuer.

Fido ist als gesellschaftskritischer Film gedacht und funktioniert mit seinem Humor auch weitestgehend. Mir persönlich hat der Film auf die Dauer zu wenig Biss. Laubharkende Zombies und ähnliches hat man nach einer Stunde Film einfach schon zu oft gesehen. Es ist für den Film eben normal.

Gerade in den ersten zwanzig, dreißig Minuten hat mir Fido sehr gefallen. Die Unmöglichkeit, Menschen komplett hemmungslos für niedere und stupide Dienste vollkommen selbstverständlich einzusetzen und sie über Nacht an einen Baum anzuketten, ist so unwirklich, dass es wieder lustig ist.

Carrie-Anne Moss meinte Micha erst nach zehn Minuten erkannt zu haben. Unverständlich, hehe.

Fido

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All The Boys Love Mandy Lane

Mit All The Boys Love Mandy Lane begann für mich der vierte Tag beim Fantasy Filmfest.

Ich weiß gar nicht so genau, was ich zu diesem Film sagen soll, ohne zuviel zu sagen?! Er hat mir gefallen. Teen-Horror-Thriller. Nette und nicht ganz so nette, junge Leute wollen ein paar Tage auf einer Ranch verbringen. Allein, nur behütet von Garth, der auf der Ranch nach dem Rechten sieht.

Dabei lecken sich alle anwesenden Jungs die Finger nach Mandy Lane (Amber Heard). Und einer von ihnen möchte sie auf jeden Fall für sich allein – so scheint es.

Nach dem zweiten Drittel erfährt der Zuschauer, wer der Wahnsinnige ist. Der Film verliert dabei ein wenig an Spannung. Erst das Ende bringt noch einmal eine (halbwegs) überraschende Wendung. (Und Micha meint, es schreie nach einer Fortsetzung, hehe.)

Ich mochte die Bilder, das Gute-Laune-Freizeit-Flair, die dazu passende Musik, den Sommer. Ein Film für den breiten Sessel und einer Tüte Popcorn in der Hand – so man denn Popcorn mag.

All The Boys Love Mandy Lane

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Botched

Letzter Film am dritten Tag: Botched. Schon mal vorweg: Was für ein hirnloser Schwachsinn?!? Aber: Lustiger, hirnloser Schwachsinn.

Eigentlich gibt es zu Botched nicht viel zu sagen. In den ersten Minuten macht der Film den eigentlich recht normalen Eindruck eines Gangster-Films. Kurz darauf wird er allerdings sehr skurril und komplett sinnlos. Hauptsache, es gibt einen Grund, damit Blut fließen oder vielmehr spritzen kann. Kategorie Midnight Madness, hehe.

Botched muss man wirklich nicht gesehen haben. Tut man es doch, amüsiert man sich vielleicht. Vielleicht aber auch nicht, denn anspruchsvoll ist dieser Film keine Sekunde lang. Möchte er auch gar nicht sein.

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Disturbia

Immer noch Tag drei, mittlerweile auch Film Nummer drei an diesem Tag beim Fantasy Filmfest. Dieses Mal: Disturbia.

Vorweg: Der Film hat mir gefallen. Witzige und spannende Unterhaltung. Aus der anfänglichen Teenie-Romanze mit komischen Elementen wird nach etwa der Hälfte der Zeit ein immer spannenderer Thriller.

Kale muss wegen einer Handgreiflichkeit gegen einen seiner Lehrer drei Monate Hausarrest absitzen. Entfernt er sich weiter als 100 Fuß vom Haus, dann dauert es nur Minuten und die Polizei bereitet ihm Ärger.

Damit Kale nicht sprichwörtlich das Dach auf den Kopf fällt, versucht er sich mehr oder minder erfolgreich die Tage hindurch zu beschäftigen. Letztlich landet er auf der Stalker-Schiene und beobachtet seine Nachbarn. „Privatsphäre gibt es doch gar nicht! Alles ist öffentlich!“ Was er dort zu sehen bekommt, ist nicht immer so sexy wie Ashley (Sarah Roemer), sondern mitunter auch ziemlich unheimlich. Wohnt in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Serienmörder?! Man weiß es nicht genau und ich verrate an dieser Stelle auch nicht mehr, hehe.

Wie gesagt: Disturbia ist eine interessante Mischung aus Teenie-Film und Thriller. Schön anzusehen. Popcorn her und entspannen, hehe.

Disturbia

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Timber Falls

Tag drei, Film zwei. Weitere zwei fehlen dann noch.

Timber Falls ist nach einem üblichen Teen-Horror-Thriller-Muster aufgebaut: Junges Paar macht irgendwo in den Bergen einen Ausflug, trifft auf schräge Weggefährten, wird letztlich entführt und muss , wer hätte das gedacht, böse körperliche und seelische Qualen durchstehen. Timber Fall ist also nichts Besonderes.

Die Lebensphilosophie der Leute, die das Pärchen gefangen halten und ihm zusetzen, und deren Absichten und Beziehung zum christlichen Glauben – das macht diesen Film aus und gibt ihm eine amüsante Note. Ich bin jedoch der Meinung, man hat nicht allzu viel verpasst, wenn man ihn sich nicht angesehen hat.

Timber Falls

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Stuck

Bevor ich gleich totmüde ins Bett falle, noch ein paar Worte zum dritten und letzten Film am ersten Tag beim Fantasy Filmfest. Stuck heißt er.

Stuck

Rabenschwarz ist der Humor, sarkastisch angehaucht die Stimmung. Und dabei geht es doch wohl um die Kritik am Egoismus und der unterlassenen Hilfe in der Gesellschaft, augenscheinlich erstmal der amerikanischen.

Brandi (Mena Suvari) arbeitet in einem Krankenhaus auf der Altenpflegestation. Der Zuschauer lernt sie zum Beginn als selbstlose Helferin kennen, lebensfroh und scheinbar nicht schlecht im Wesen.

Dann gibt es da noch Tom (Stephen Rea), der einen wirklich schlechten Tag hatte und nun wohl endgültig in die Obdachlosigkeit hineinrutscht.

Beide treffen bei einem Unfall aufeinander. Brandi, nach einer Party nicht mehr nüchtern und am Steuer ihres Autos telefonierend, erwischt Tom an einer Kreuzung, die er bei Rot überquert. Alles mitten in der Nacht, keiner hat es gesehen. Brandi stoppt nicht, sondern fährt schockiert und in Panik mit Tom in ihrer Frontscheibe steckend nach Hause, stellt das Auto in die Garage und denkt gar nicht daran, Hilfe zu holen. Die Folgen wegen der möglichen Schuld hindern sie daran. Sie lässt Tom leiden und macht ihn obendrein noch für die Lage verantwortlich. Denn Tom ist nicht etwa tot, sondern nur schwer verletzt.

Wegen des geradlinigen Aufbaus mag nicht die ganze Dauer des Films Spannung aufkommen. Aber gefallen kann der Film wegen seiner bösen Art allemal. Tom beißt die Zähne zusammen und versucht sich aus der misslichen Lage zu befreien.

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Black Sheep

Teils spannende, teils sinnlose, teils geschmacklose, teils sehr alberne Filme wird es auch dieses Jahr wieder beim Fantasy Filmfest geben, heute in Hamburg begonnen. Der diesjährige Eröffnungsfilm heißt Black Sheep.

Black Sheep Poster

Ich habe diesen Film gerade gesehen. Er ist tatsächlich albern, sinnlos, geschmacklos und manchmal auch spannend. Alles in allem aber ist er für einen Eröffnungsfilm zu schwach – wie es meiner Meinung nach Severance, Eröffnungsfilm im letzten Jahr, auch war.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Irgendwo in Neuseeland liegt eine große Farm, auf der Schafe gezüchtet werden – welches Tier auch sonst?! Der Besitzer dieser Farm ist nicht ganz bei Trost, könnte man sagen. Er führt Genmanipulation an den Tieren durch, um bessere hervorzubringen. Klar, dass das schiefgeht, ein Schaf (oder sollte ich sagen Schäfchen) in die freie Wildbahn gelangt und sich dabei herausstellt, dass es eine Art Zombievirus für Schafe in sich trägt. Zudem zeigt sich, dass Schafe eigentlich nicht gut auf Menschen zu sprechen sind, hehe. Aber wen interessiert bei diesem abstrusen Film schon die Geschichte?!

Es gibt viel Wolle zu sehen, ne Menge Blut und Gedärme, um Ernst bemühte Schauspieler, natürlich schöne Landschaften und ein wirklich schräges Happy End. Ach ja: Eine minimale Love Story darf natürlich auch nicht fehlen. Nur eines habe ich nicht gesehen: Schwarze Schafe.

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