Abwrackprämie – dagegen

Einmal davon abgesehen, dass ich Abwrackprämie (und Umweltprämie noch viel mehr) zum Unwort des Jahres vorschlage, bin ich dagegen. Selbstverständlich auch gegen die Verlängerung dieses Instruments. Weshalb? Deshalb:

  • kurzfristige Wirkung in jeder Hinsich
  • ungerecht, da nur auf eine / diese Branche gemünzt und gegen Gebrauchtwagenhändler
  • ökologisch unsinnig
  • Einstellung aus offenbar wahlkampfbezogenen Gründen nach hinten verschoben
  • nach der Prämie wird der Umsatz wieder einbrechen – bisher gleichmäßige Nachfrage wird auf wenige Monate zusammengerafft
  • die ungeheuren Summen könnten anderweitig besser eingesetzt werden
  • 2.500 Euro animieren Bürger zu einem Risiko – in den Medien ist von erhöhter Bereitschaft zur Verschuldung zu lesen

abwrackpraemie

Foto: http://www.flickr.com/photos/horst-reimer/3360204990

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Volksverblödung

Viel Wahres drin.

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Ich habe das kleine Mikrofon, der andere das große

Ich schaffe es nicht, jeden Morgen die aktuelle Ausgabe der Tageszeitung zu lesen. Heute morgen habe ich Die Welt von vorgestern gegriffen.

Ich hatte nichts gegen Paul Kirchhof, im Gegenteil.

Kirchhof: Ich hadere nicht. Ich habe den Wahlkampf anders erlebt als in den Medien dargestellt. Auf meinen Versammlungen – das waren immer 300 bis 3000 Menschen – ist der Funke übergesprungen. Dort habe ich klarmachen können, dass Steuersatz nicht Steuerbetrag ist. Der Chef mit einer Million Jahreseinkommen und die Sekretärin mit 20 000 zahlen eben nicht das Gleiche an Steuern.

Welt: Was Ihnen der damalige Kanzler Gerhard Schröder in den Mund gelegt hatte.

Kirchhof: Ich habe unterschätzt, dass eine solche Entstellung der Wirklichkeit nicht auf den zurückfällt, der sie äußert. Meinen Zuhörern konnte ich klarmachen, dass 25 Prozent von einer Million 250 000 Euro sind und von 20 000 im Falle der Sekretärin wegen der Freibeträge 1400 Euro Steuern blieben. Und das fanden die Menschen durchaus gerecht. Ich habe mich mit Nachtschichtarbeitern der BASF unterhalten und denen klargemacht, dass es ihnen trotz Wegfall des Nachtzuschlags besser ginge mit meinem Modell. Das ist die Konsequenz meines freiheitlichen und sozialen Konzeptes. In den Zeitungen stand anderes. Da wusste ich: Ich habe das kleine Mikrofon, der andere das große.

Und:

Welt: Warum also Änderungen?

Kirchhof: Weil wir im Steuerrecht nicht mehr wissen, was sich gehört. Wer in Deutschland dank unserer Vertragsfreiheit, unserer Währung, unserer gut ausgebildeten Arbeitskräfte, unserer Kaufkraft Einkommen verdient hat, sollte ein Viertel seines Einkommens an diese Rechtsgemeinschaft zurückgeben. Und er weiß, wenn jemand eine Million verdient, gibt er 250 000 und freut sich …

Welt: Schön wäre es …

Kirchhof: Schön wäre es, wenn er im nächsten Jahr zwei Millionen verdiente und 500 000 Euro einzahlt. Und jeder weiß, der Erfolg des anderen kommt auch ihm zugute.

Grundsätzlich dafür.

Update: Ich vergaß: das komplette Interview kann man hier nachlesen.

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Was ich noch sagen wollte wegen der Milch

Milch weg zu schütten / zu vernichten finde ich doof. Sollen die Bauern die Milch doch sinnvoll verschenken.

Milch
(Bild: welt.de)

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Parteienvielfalt

Es ist nur eine Frage der Zeit und der Personen, bis aus dem neuen Fünf-Parteien- ein Sechs-Parteien-System wird. Wenn heute Roland Koch und Friedrich Merz eine neue konservative Partei gründen würden, dann käme diese aus dem Stand auf 15 Prozent und die CDU würde ins 25-Prozent-Getto stürzen.

Interessante These, hehe. Gefunden im Hamburger Abendblatt: Wann kommt die 6. Partei?.

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Ein Plädoyer für Koch?

Gebracht hat er wenig dieser Kommentar auf der ersten Seite der FAZ am Vortag der Wahl in Hessen, der durchaus als ein Plädoyer für Koch gelesen werden konnte:

Weil er herausragt

Das Wahlergebnis vorerst:
Wahlergebniss in Hessen und Niedersachsen
Quelle: FAZ

Am meisten erschreckt mich, dass die Linke (ehemals PDS, unweit der SED) in die Landtage einziehen konnte.

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Zivilcourage – Was ist das?

Gestern Abend hat jemand, der sicher lieber ungenannt bleiben möchte, das Wort „Zivilcourage“ in völlig falschem Sinne verwandt – wohlgemerkt: um mich zurechtzuweisen. Deshalb gern nochmal der Hinweis auf die Begriffsklärung bei Wikipedia. Auszug:

Zivilcourage setzt sich aus den beiden Wörtern zivil (lateinisch civilis, 1. bürgerlich – nicht militärisch, 2. anständig, annehmbar) und courage (französisch „Mut“) zusammen: Was als Mut von Bürgern übersetzt werden kann und vermutlich ursprünglich ausschließlich entsprechendes Auftreten gegenüber nicht-zivilen Autoritäten (Militär, Polizei) meinte.

Und:

Heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen die herrschende Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt, von denen er selbst überzeugt ist. Zivilcourage bedeutet sichtbaren Widerstand aus Überzeugung und Maxime.

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Ringvorlesung

Was denn nun eine Ringvorlesung ist, musste ich erst nachschauen. Denn heute stand im Hamburg Abendblatt geschrieben:

Vorlesung zu Online-Spielen

Computerspielen über das Internet ist stark im Trend. Was für Folgen ergeben sich für Wirtschaft und Gesellschaft? Die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und das Hans-Bredow-Institut laden zur Ringvorlesung „Dr. Games Online“ ein: jeweils dienstags, 17-19 Uhr, Stiftstraße 69, Raum 40 (Teilnahme ist gratis). Morgen lautet der Titel „Rollenspiel“. Weitere Infos: www.gamecity-hamburg.de

Gamecity - Hamburg

Interessant. Wenn ich mich freimachen kann, dann werde ich dort hingehen und mir die Veranstaltung ansehen.

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Sozialkompetenz und Teamfähigkeit

Die letzten Monate habe ich mit jemandem zusammengearbeitet, der durchaus nett ist, zu dessen vager Erwähnung ich (aber) zwei Begriffe in den Raum stellen möchte:

Soweit so kommentarlos.

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Arbeitest du noch?

Gerade in meinen Feeds entdeckt: Viele können von 40-Stunden-Woche nur träumen. Ich bin noch immer der Meinung, dass sich Leute entweder schlecht organisieren, Arbeitgeber zu viele Arbeitsstunden auf zu wenige Mitarbeiter verteilen, Aufwände damatisch unterschätzt werden und dass Arbeitnehmer in der Regel nicht den Mumm haben, Grenzen aufzuzeigen. „Nein“ zu sagen, hilft, hehe. Zwei Bücher aus meiner Branche:

Zeitmanagement für Systemadministratoren
The Pragmatic Programmer

Beide Bücher sind zumindest in Teilen auf so ziemlich jeden Angestellten übertragbar.

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Hatz auf Ausländer

Soetwas macht mich sprachlos, dieser Übergriff auf Inder in Mügeln. Dazu ein Kommentar aus dem Abendblatt heute:

Fast reflexartig werden Gewaltaktionen wie im sächsischen Mügeln wieder beiläufig heruntergespielt. In Mügeln gebe es keine rechtsradikale Szene, sagt der Bürgermeister, die Täter müssten von „auswärts“ gekommen sein. „Auswärtige“ Deutsche also? Macht das die Sache irgendwie besser? Und welche Entschuldigung haben die Einheimischen, die mitliefen, als die Inder über den Platz gejagt wurden? Haben die nur soziologische Feldstudien betrieben? Der Schaden, der durch solche Gewaltszenen entsteht, ist immens. Er trifft das ganze Land und sein Image als kompetente und offene Nation. Nicht nur dunkelhäutige oder sonstwie „fremd“ wirkende Menschen, sondern auch aufgeklärte Deutsche werden künftig die östlichen No-go-Areas meiden, auch wenn sie dort, zum Beispiel als Arbeitskräfte, dringend gebraucht werden. Wir regen uns auf über Pogrome in anderen Ländern und fordern dort Menschenrechte ein. Und hier?

Vielleicht sollte man den untätigen Zuschauern Seiten wie diese verschreiben: www.eingreifen.de

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Out Of The Blue

Fantasy Filmfest in Hamburg, zweiter Tag. Drei Filme habe ich gestern gesehen. Der erste in der Reihe war Out Of The Blue.

Out Of The Blue ist die Verfilmung des Romans Aramoana: Twenty Two Hours of Terror, welcher wiederum auf einem Amoklauf in Aramoana, Neuseeland, beruht.

Zu Beginn werden einige Charaktere, die später eine Rolle spielen werden, kurz vorgestellt, alles Alltagsszenen. Ein ganz normaler Tag. Es dauert nicht lang, bis David Gray seine Untaten beginnt.

Der Film macht von da an richtiggehend wütend. Die Willkürlichkeit, die Sinnlosigkeit und letztlich die Hilflosigkeit der Opfer sind schockierend. Gray schießt wahllos auf alles, was ihm ins Blickfeld kommt.

Out Of The Blue bemüht sich nicht, Gründe für diese Tat zu liefern. Klar wird nur, dass Gray ein Außenseiter und heimlicher Waffennarr war. Seine Persönlichkeit wird als labil und anfällig geschildert. Letztlich kommt es wegen einer Lappalie zum Ausbruch. Die folgenden Stunden werden geradlinig und spannend gezeigt. Die Bewohner Aramoana’s harren zu Tode geängstigt in ihren Häusern aus. Etwa 24 Stunden. Dann wird David Gray von der Polizei erschossen.

Der bisher beste Film des FFF den ich gesehen habe.

Out Of The Blue

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„Hartz-IV-Kinder“

Heute morgen habe ich im Hamburger Abendblatt einen Artikel zur finanziellen Lage von Schulkindern gelesen. Abgesehen von diesem und jenem, bin ich an folgendem hängengeblieben:

Danach sind unter insgesamt 221 400 Schülern an allgemeinbildenden und privaten Schulen rund 55 300 „Hartz-IV-Kinder“.

Wie kann das sein?! Ein Viertel dieser Kinder (in Hamburg) leben von Hartz IV?! Das ist eine beträchtliche Menge, finde ich. Erklären kann ich sie mir nicht.

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