Feuer brennt nicht

Ich hatte schon einen langen Text zu Feuer brennt nicht geschrieben. Ich mochte ihn nicht und habe ihn wieder gelöscht. Vielleicht auch nur, weil ich den Mut nicht aufbringe, meine Meinung Bücher betreffend energisch zu vertreten. Vielleicht ist die Meinung schlicht nicht fundiert genug – in meinen Augen.

Ich mag das Buch. Ein bisschen Sex, ein Autor, Emotionen – kalte und heiße -, Leere, Betrug, ein wenig DDR, Osten und Westen, Abgründe. Ich mag die Sätze, wie sie gebaut sind, einfach aber nicht tumb. Ich mag Wendungen wie „…rollt ihre R’s wie der Böttcher von Augsburg seine Fässer zum Lech…“ und „…vom Wind flachgedrückte Feuer…“. Ich mag immer wieder auftauchende Details wie „…und unter den zarten Schneewehen an den Fenstern der parkenden Autos blinken die Diebstahlsicherungen“. Und ich mag es, dass es kein Happy End gibt. Wie sollte es auch, frage ich mich. Wolf betrügt Alina, nach einiger Zeit mit ihrem Wissen und sie, Alina, trägt schwer daran.

Das nächste Buch liegt bereit. Unendlicher Spaß: Infinite Jest von David Foster Wallace

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