Eden Lake

Heute ist schon Montag Dienstag. Früh. Sehr früh. Nach dem Kino. Ich beginne nach und nach ein paar Zeilen zu den Filmen zu schreiben.

Erster Tag, erster Film beim Fantasy Filmfest 2008 in Hamburg. Eden Lake. Ich hatte einen belustigenden Teeny-Horror-Film erwartet, mit leiser, sozialkritischer Note – wie der Text im Programmheft suggerierte. Stattdessen wurde knüppelharte Sozialkritik geübt – die allerdings nie in die Tiefe geht, sondern nur schockt.

Ein Pärchen will sich ein Wochenende lang am Eden Lake erholen. Von anfang an ist die Atmosphäre geladen, Gewalt liegt in der Luft. Die Bewohner des nahen Ortes sind roh. Am See angekommen, macht das Pärchen recht schnell Bekanntschaft mit einer Gruppe Jugendlicher, die sich ihnen gegenüber sehr rücksichtslos benimmt. Und wieder: Aggressivität von allen Seiten. Das muss Ärger geben, das wird knallen. Wenig später eskaliert die Situation und die beiden Verliebten werden gnadenlos gejagt und dann gequält.

Die Jugendlichen spiegeln eine verrohte Gesellschaft wider. Ziellos, gelangweilt und ständig bereit, auf brutale Weise ihre Interessen durchzusetzen. Gruppenzwang inklusive.

Leider werden die Charaktere nur recht oberflächlich skizziert. Man erfährt nicht, was, außer der scheinbar sinnlosen Existenz der Jugendlichen, sie überhaupt so sprichwörtlich böse sein lässt. Es scheint, als seien die Eltern schuld. Denn zum Schluss erfährt man, dass diese im Grunde nicht anders sind. Vor Beginn des Films stand der Regisseur vor der Leinwand und sagte ein paar Worte. Aktuell gibt es in England wohl ein Problem mit gewalttätigen Jugendlichen. Dies hat ihn animiert, einen Film zum Thema zu drehen.

Ich denke, der Film hat mir gefallen. Wenn ich auch unbefriedigt das Kino verließ, da die Guten am Ende dann doch verlieren. Wie sagte Lutz so schön: „Die Welt ist voller blöder Arschlöcher. Und das Schlimme ist, dass sie immer durchkommen.“

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